‘Deutsche Polizisten schützen die Faschisten!’ – Widerstand jetzt!

Bereits zum fünften Mal hielten NeofaschistInnen aus dem Münchner Raum am letzten Samstag ihre Hetz-Kungebung gegen die Ausstellung “Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941-44” diesesmal am Stachus ab. Erstmals mit Lautsprechern bewaffnet, stießen die Nazis nun wieder auf wesentlich mehr Protest. Die Bullen gingen dementsprechend auch erheblich aggressiver gegen AntifaschistInnen vor, es gab 17 (!) Festnahmen und mindestens eine Verletzte.

Seit 18.10.

Um dieses “Problem” zu umgehen, rüsteten die FaschistInnen jede Woche weiter auf: eine Bayernfahne (die im Übrigen unter den Nazis 19?? verboten wurde) als “Sympathieträger”, die “Reichsfarben” als große und kleine Flaggen, ein großes Transpi “Schluß mit der Hetze gegen Wehrmacht und Waffen-SS” (!!!), ein weiteres Transparent “Komm zu uns! – www.die kommenden.net” und schließlich ein alter Militärwagen mit ebenso alten Lautsprechern folgten, um die Öffentlichkeitswirkung zu erhöhen. Und dennoch wirkte der ganze Aufmarsch angesichts der Absperrungen und der Unverständlichkeit der Reden á la Chaplins “großem Diktator” irgendwie lächerlich, wären da nicht die durch die Altstadt hallenden revisionistischen und menschenverachtenden Parolen und der Anblick einer paramilitärischen Polizeistaffel, die sich optisch völlig in die von ihr geschützte Veranstaltung einpaßt – das allein Grund genug, dem “Treiben” entschlossen Widerstand zu leisten!

Die 100-300 GegendemonstrantInnen, die jede Woche wie gebannt ob der konsequenten Durchsetzung der Veranstaltung vor den Absperrungen Nässe und Kälte trotzen, scheinen die Cops “im Griff” zu haben, außer kleineren Rangeleien und vereinzelten Müll-Würfen, die sofort mit hartem Durchgreifen und Gewahrsamnahmen geahndet werden, kommt es zu keinen radikalen Aktionen. Mensch begnügt sich meist mit den üblichen Antifa-Sprüchen, wobei einige JungPunx auch mal zu vergessen scheinen, auf welche Seite sie wollen, wenn sie Scheißsprüche wie “Ihr habt nicht mal Haupschulabschluß” (!) oder “Ihr seid alle homosexuell” (!!!) plärren. Daneben finden sich auch immer wieder KriegsteilnehmerInnen ein, die über die “Thesen” diskutieren wollen – Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

indy.de

Die Polizei ist sich natürlich keinerlei Schuld bewußt, spielt die Hintergründe der Auseinandersetzung auf das Level von Fußballfan-Streitereien herab und verteidigt ihr “Vorgehen”. Dazu ein Artikel der Süddeutschen Zeitung:

“Nazi-Gegner klagen über ‘gewalttätige’ Polizei

Seit Beginn der Wehrmachtsausstellung kommt es wöchentlich zu Auseinandersetzungen zwischen Neonazis, Polizei und Antifaschisten. So geschehen auch an diesem Samstag. Nach Polizeiangaben hatten sich gegen 16 Uhr etwa 50 Rechtsradikale auf dem Stachus versammelt. 300 Gegendemonstranten hätten versucht, den Trupp der Rechten mit einem meterlangen Stofftuch zu verhüllen. Die Polizei habe daraufhin eingegriffen – ‘unangemessen gewalttätig und ohne jegliche Vorwarnung’, wie die Gegendemonstranten nun sagen. Die Beamten hätten ihnen die Stoffbahn entrissen, ‘so dass sich die Nazis mit ihrer Propaganda-Show wieder voll präsentieren konnten’, und dabei eine Gegendemonstrantin ‘brutal niedergeschlagen und verletzt’, heißt es in einer Pressemitteilung.

Bei der Polizei indes will man davon nichts wissen [!]. Die Veranstaltung der ‘Rechten’ sei angemeldet gewesen, heißt es. Die Polizei habe lediglich [!!] 17 Menschen vorübergehend festgenommen. Verletzt worden sei dabei niemand [für den Übergriff gibt es mehrere ZeugInnen!]. Die Gegendemonstranten hingegen sehen das anders: ‘Mit ihrem Vorgehen fördern Kreisverwaltungsreferat und Polizei faktisch die Rechte der Nazis.’ Rückendeckung erhielten diese zudem noch von der Staatsanwaltschaft: Die habe eine Strafanzeige zurückgewiesen, die die Antifaschisten nach einem Nazi- Aufzug am 12. Oktober wegen Duldung und Begünstigung nationalsozialistischer Propaganda durch die Polizei erstattet hatten. Der Beschluss sei damit begründet worden, dass ein Transparent mit der Aufschrift ‘Nationalsozialismus’ keine ‘strafbare Handlung’ sei [Demokratie? Postfaschismus?].

abec“

Quelle

http://www.stachuscam.de

“Verbrechen der Wehrmacht”

Bei ihren großen und kleinen Aufmärschen jedenfalls können sich die FaschistInnen der energischen Hilfe der bayerischen Behören – Polizei, KVR, Innenministerium und Staatsanwaltschaften – offenbar sicher sein. Die Stadt München hatte sich im Vorfeld des 12. Oktobers nicht annähernd so viel Mühe bei der Verbotsbegründung des Naziaufmarsches gemacht, wie etwa bei den so genannten “Chaostagen”, bei den wöchentlichen Kundgebungen wie auch bei der Demo am 30. November wird ein Verbotsantrag offenbar gar nicht erst erwägt. Auch die Bullen kündigten an, den “Sternmarsch” diesesmal auf jeden Fall durchsetzen zu wollen, es sei denn, es würden sich wieder (mindestens) so viele GegendemonstrantInnen entgegenstellen (!).

Umso wichtiger ist es, dass am 30.11. ALLE antifaschistischen Kräfte an der vom Bündnis mobilisierten Gegendemo teilnehmen und sich massiv den FaschistInnen um Hupka und Worch in den Weg stellen und passiv wie aktiv entschlossenen Widerstand leisten. Keinen Fußbreit den alten und neuen Nazis! Nicht in München und nirgendwo!!