Und sie lassen die Wunden nicht heilen…

Analyse, Kritik und Hintergrund zu den Naziaufmärschen ! Das sich gerade in einer Stadt wie München in letzter Zeit immer wieder Neonazis öffentlich, ohne weitere demokratische Diskussion und unter Polizeischutz versammeln dürfen, hinterlassen eine ganz andere Vermutung. Die Spontanauftritte der Nazis werden immer häufiger, selbstverständlicher und Sprüche wie “Nieder mit den Verächtern der Waffen-SS” gehören mittlerweile zur gewohnten Stadtakkustik.

“Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen !!! ” – Dennoch schaffen es immer wieder Neonazis aus dem Dunstkreis Steffen Hupkas mit anachronistischer Dummheit und ebensolchen Verletzungen aufsehen zu erregen. Dass sich in einer Zeit, in welcher die “Aufarbeitung” der Geschichte offenbar groß geschrieben werden zu scheint, orientieren wir uns an den Inhalten der “Mainstream Medien” , scheint es in München nachwievor kein Problem zu sein, so gemeint verfassungsfeindliche Inhalte unter die Leute zu bringen.

Das auch am Samstag den 16. November wieder mehrere hundert NeoNazis das Umfeld des Münchner Stachus vergiften, beweist eine durchaus ernstzunehmende Infrastruktur innerhlab des “braunen Sumpfes”.

Von Beginn an, machten sich gegen die im Münchner Stadtmuseum zeitweise eingerichtete Wehrmachtsausstellung eine spürbare Mobilisierung bemerkbar, die sich offenbar nicht mit den Gegenheiten von Greueltaten einer deutschen Vergangenheit abzufinden scheint.

Die Demonstrationsverbote der im Februar dieses Jahres abgehaltenen Münchner Sicherheitskonferenz und die verräterische Solidarität eines Münchner Bürgermeisters mit Günther Becksteins und Peter Gauweilers Stadtkadern sind noch nicht vergessen. Die peinlich Überspitzte Reaktion derer auf pupertäre Internetaufrufe ( Chaostage ) ebenso nicht, dennoch ist es ganz offensichtlich kriminellen Menschen gestattet Mörderparolen öffentlich zu verbreiten, Opfer zu denunzieren und Mörder zu huldigen, darüberhinaus im Schutze dienstlich beauftragter Polizeiorgane.

München ist mit ein Organisationsknoten europäischer Naziagitation

Nicht länger als zwei Wochen im voraus angekündigt scheint es offenbar möglich zu sein, mehrere Hundert kriminelle und psychisch Desulate Menschen zusammenzubringen, die im Stande sind für den Wahnsinn eines Nazi-onalstates über Leichen zu gehen. Schlimm ist es erst dann wieder, wenn öffentlicht gemacht wird, was nicht mehr veröffentlicht werden darf.

Immer häufiger in den letzten Wochen machen diese Menschen aufmerksam und nicht selten war die Rede von “wo kommen die denn alle her ” ? Es muß in München schon gesucht werden, um Anhänger einer “rechten Szene” so offen und einzeln auf der Straße auszumachen. Nicht wirklich kann in München von einer stadtbekannten Skinheadszene gesprochen werden, sowie das in vielen anderen Städten längst der Fall geworden ist, was nicht heißt, das in München bis dahin keine NeoNazis existieren. Erst der ebenso schwer zu vergessene Angriff auf einen Münchner Griechen vor zwei Jahren stoß auf mediales Interessen und gestattete einen “Schwenk” innerhalb radikal nazi-onalsozialistischer Strukturen in München. Wir erinnern uns an die StudentInnenbewegung Danubia ( wobei hier Frauen “nicht gestattet” sind !), in deren Treffpunkt, einer bogenhausener Villa, der damals eindeutig erkannte Skinhead für mehrere Tage unterschlupft fand. Weniger also dem klasischem Klischee entsprechende Skinheadz und Dunstpöbler ziehen die Fäden, als die geschnigelten, nickelbebrillten Kurzhaar Buben, wohlsituiert und als Söhne Industrieller an ein “anderes Niveau” gebunden. Rechte Skinheadz, oder solche Menschen die sich für solche halten, sind die Sklaven, die sie benötigen, um sich beim Gang durch die “braune Scheisse” die Füße nicht schmutzig machen zu müssen.

Wer diesen “anständigen Buberln” da im Hintergrund die finanzielle Rückendeckung zu garantieren scheint, angefangen von der schmucken Villa, bis hin zu exlusiver Garderobe lässt sich bisweilen nur vermuten. Dass es sich hierbei um ein ganz besonders “schmieriges” Klientiel von ZeitgenossInnen handelt lässt sich am Lebensstil erkennen. Von sogenannten “EdelNazis” war einmal die Rede gewesen, die Leute, die einen großen und lockeren Geldbeutel besitzen wenn es sich um die Realisation von rechtsradikaler Infrastruktur handelt.

Dass sich in München innerhalb kürzester Zeit mehr Nazis organisieren lassen, als lautstarke Gegendemonstrationen ist zwar erschreckend aber kein Zufall. Dass diese dann auch noch ohne jedwede staatliche Einschränkung das propagieren was laut momentaner Gesetzgebung unter Strafrecht fällt ebenso erschreckend, ebenso aber auch kein Zufall: Angeblich gibt es schon lange Verbindungen von CSU Dr. Peter Gauweiler sowie von weiteren einflussreichen Mitgliedern aus Staat und Stadt zu einzelnen Personen der Danubia-Burschenschaft. So dienen Universitäts-Professoren oft als Mittler zwischen diesen, geschickt getarnte Projekte mit Unterstützung dieser finanzieren eine ernstzunehmende und bundesweite rechtsradikale Agitation. Diese Vermutungen gelten bisher zwar was die Verbindungen betrifft als nicht gesichert, dass aber finanzstarke Kräfte im Hintergrund die entscheidenden Fäden ziehen steht mittlerweile ausser Frage.

Der neue “NeoNaziLiberalismus”

Nicht erst seit den Verbalattaken eines Jürgen W. Möllemann gegen die Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland wird wieder ganz öffentlich Antisemitismus propagiert. Schill-Partei, DVU, Republikaner tun ihr übriges und solange sie sich in “rechtsstaatlicher Manier” benhemen, haben diese subtilen Ausgrenzungs- und Rassimusbotschaften keine Einschränkung zu befürchten. Weniger “Ausschwitzlüge” und klar formulierte faschistische Propaganda, als eine aus dem zeitgemäß bestehenden “Aufbruch” fast technische Agitation führen dazu , dass mit einem Male linksradikale GlobalisierungsgegnerInnen mit “NeoNazis” auf einem Level propagieren. Sei es das eigenartig hierzulande höchstumstrittene Thema um den Palästinakonflikt, oder wenn es darum geht, den sozial benachteiligten Menschen Gehör zu verschaffen, noch nie gab es soviele Übereinstimmung innerhalb linkspolitischer Bewegungen mit den subtilen Inhalten “Neuer Rechter” wie in diesen Zeiten.

Auch und gerade die Anschläge vom 11. September haben vielen orientierungslosen jungen Menschen die Verschwörungstheorien wieder zurückgebracht und es ist schon beängstigend wie sich mit einem Male eine “neue” Form von Relgions- und oder Gesellschaftsaussgrenzung wieder ganz “neu” formulieren lässt. Es fällt heute leichter denn je, rechtsradikale Inhalte mit der “süßlich anmutenden” Spannung einer “Verschwörungstheorie” zu beginnen, wo dann mit neuen Ausgrenzungstheorien aufgehört wird und wieder eine bestimmte Religions- oder Kulturgesinnung zu den Schuldigen gehört.

Philosphieren wir heute nachwievor über die Ursachen eines immernoch bestehenden Antisemitismus, befinden wir uns inmitten der Entstehung weiterer professionell propagierter Ausgrenzungstheorien.

Auch wenn viele der heute auf “ProPalästina”-Demos latschenden Linken sich noch nicht ein einzigstes Mal Vorort selbst kundig gemacht haben, bevor sie mit subtil auftretenden Nazi-onalsozialisten die selben Parolen durch die Gegend posaunen, sind sie doch Opfer einer bisherigen Aufklärungs- und Kriegspropagandamaschinerie, gesteuert von den Menschen, denen Gier und Macht mehr Wert zu sein scheint als jedwede moralisch religiöse oder politische Vorgabe.