“Deutschland Lagerland!” Teil 2

Am Samstag endete die “International Refugee Human Rights Tour” in München – Teil 2 eines Tourberichtes

Zweite Station: Neuburg

Am Montag zog die Lagerland-Tour nach Neuburg. Vorher allerdings wurde an der Landkreisgrenze zwischen Neuburg und Ingolstadt Halt gemacht. Landkreisgrenzen sind für Menschen mit deutschen Pass oder Aufenthaltsgenehmigung bedeutungslos und unsichtbar. Für viele geduldete Flüchtlinge stellen sie jedoch das Ende ihrer Bewegungsfreiheit dar – die so genannte Residenzpflicht verbietet es Flüchtlingen, die sich im Asylverfahren befinden, den ihnen zugeteilten Landkreis zu verlassen.

“Neuburger Rundschau”

Nach einem Grillfest ging es zum Tour-Camp nach Neuburg, wo der Tag mit einem Fest direkt an der Donau endete. Hierfür waren zwei große Zelte aufgestellt worden, zudem konnte das benachbarte Freibad kostenlos für Toiletten, Duschen und zum Baden genutzt werden. Mit einem Konzert und fast durchwegs gut gelaunt ging der Tag zu ende.

Am folgenden Tag startete unter dem Motto “Jobparade” eine Demonstration vom Neuburger Lager in die Innenstadt, an der rund 150 Leute teilnahmen. Themen waren vor allem die Arbeitsverbote und der strikte Kurs des Neuburger Landratsamts in der Flüchtlingspolitik. Betroffene kritisierten eindrucksvoll insbesondere die restriktiv gehandhabte Verteilung von Essenspaketen und Post, sowie die willkürliche Genehmigung von Arztbesuchen und Medikamenten. Die Demo zog vom Lager zum Stadtplatz, auf dem sich unter anderem zwei StadträtInnen und ein Pfarrer, die am Neuburger “Runden Tisch” mit Flüchtlingen zusammen arbeiten, für deren Anliegen stark machten und sich über das mangelnde Interesse der NeuburgerInnen beklagten.

“NeuburgerRundschau”

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