Nazidrohungen gegen MLPD-Aktivistin

In der Nacht zum 17. August entdeckte die MLPD-Bundestagskandidatin und Rebell-Mitglied Anna S. neofaschistische Schmierereien an ihrer Hauswand.

Neben Hakenkreuzen, dem Schriftzug “Rudolf Hess” und Konterfeis von ihm wurde auch die Drohung „Anna S. abschalten“ an die Wand geschmiert, was dei MLPD München und der MLPD-Jugendverband “Rebell” in einer Presseerklärung bekannt gaben.

Zu recht wird dort erwähnt, dass es “kein Einzelfall sei, dass Neonazis gezielt Adressen von Antifaschisten sammeln und sie bedrohen.” In den letzten Jahren konnten deutlich verstärkte “Anti-Antifa”-Aktivitäten von Münchner Neonazis beobachtet werden. Nicht nur die Kameradschaft Süd um Martin Wiese sammelte gezielt Daten von AntifaschistInnen, auch die Nachfolgeorganisationen stehen dem in keinster Weise zurück. Bei rechten Versammlungen werden NazigegnerInnen fotografiert, und von einigen wurden Steckbriefe im Internet veröffentlicht. Zudem scheint es, als ob Neonazis immer wieder Anzeigen gegen AntifaschistInnen erstatten, nur um an Namen und persönliche Daten zu gelangen. Die Polizei spielt ihre Rolle bei diesem Spiel dann meistens gerne mit.

Leider erweckt die MLPD-Erklärung irgendwie den Eindruck erweckt, man sehe durch diesen Vorfall die Richtigkeit der eigenen Parteilinie und die große Relevanz in der antifaschistischen Arbeit in München bestätigt. Trotzdem muss natürlich für alle AntifaschistInnen klar sein, dass diese Drohung jedem und jeder gilt, die sich hier in München gegen Naziumtriebe Stellung bezieht.

“Wer einen von uns angreift, bekommt es mit der Arbeiterjugend, mit der ganzen Arbeiterklasse, mit der ganzen antifaschistischen und fortschrittlichen Bewegung zu tun, mit jedem Demokraten!”, sagt die MLPD dazu. Doch dahin ist wohl leider noch ein langer Weg.