NEONAZIS laufen Amok !

Dies ist ein etwas anderer Bericht zu München und soll auch keine Wertung abgeben. Mindestens fünf Personen, darunter eine junge Aktivistin, die in einem anderen Beitrag schon erwähnt wurde, sind durch ein Gruppe von circa 40 Neonazis und Hools verletzt worden, die sich während (!!!) der Demo in der Innenstadt von München bewegt haben und dabei mehrmals verschiedene Gruppen von GegendemonstrantInnen wahllos angegriffen haben ohne dass die anwesende Polizei eingegriffen hätte. Zwei der Betroffenen mußten ins Krankenhaus!

Meine Hände zittern jetzt noch und ich weiß auch nicht so recht wohin mit meiner Wut. Gleich vorneweg ich habe versucht den Weg der 40köpfigen Neonazi-Gruppe so gut wie möglich zu rekonstruieren. Quellen waren andere AktivistInnen, BürgerInnen und ein illegales Medium (siehe Name). Fehler seien mir also verziehen!

Auf wessen Seiten die Polizei heute war, wurde spätestens nach der Drohung der Nazis klar eine ähnliche Show wie in Leipzig abzuziehen, wenn der Weg nicht freigeküppelt werden würde, was am Ausgangspunkt (Theresienplatz) auch Früchte trug.

Als die Nazi-Demo später aufgrund einer zu großen Menge von GegendemonstrantInnen trotzdem blockiert wurde, löste sich eine 40köpfige Gruppe Neonazis wie selbstverständlich und ungehindert aus dem eigentlichen Demo-Zug und ging wieder zum Theresienplatz zurück.

Auf dem Weg kam es zu einem ersten Versuch eines Übergriffes auf eine Fotographin, der jedoch von der Polizei unterbunden wurde. Der Weg der Nazis führte schließlich ohne polizeiliche Begleitung zur U-Bahn, wobei man es für nötig hielt einen Antifaschisten zu treten, der nicht schnell genug vor dem Mob flüchten konnte. Die Polizei war weit und breit nicht zu sehen und offensichtlich genügte es den PolizistInnen auch, dass die Nazis ihnen ja versichert hatten nicht wieder zur Demo zu gehen. Von da aus ging es in Richtung Hbf. In einer U-Bahn Unterführung am Hbf wurde versucht eine fünfköpfige Gruppe AntifaschistInnen anzugreifen, die die Gefahr aber rechtzeitig erkannten und flüchten konnten.

Beim Verlassen der U-Bahnstation hatte sich bereits eine, wohl durch die Lautstärke der Neonazis, aufmerksam gewordene Gruppe GegendemonstrantInnen inklusive Polizei eingefunden. Unter lautem Geschrei griffen die Neonazis die AntifaschistInnen an. Die Polizei, die nur daran interessiert war, die Auseinandersetzungen nicht in den Hallen des Hauptbahnhofes auszutragen, griff erst mit einer Hundestaffel ein als eine Antifaschistin und ein anderer Aktivist schon so schwer verletzt wurden, dass zumindest die Frau ärztlich behandelt werden mußte. Im Rausch der Gewalt verließen die Neonazis den Bahnhofsvorplatz wieder, nicht ohne wild grölend den gesamten Verkehr lahmzulegen. Diesmal aber immerhin begleitet von einem Polizeifahrzeug dessen Besatzung die Nazis ermahnte nicht noch einmal bei rot die Fahrbahn zu überqueren. Ordnung muß schließlich sein! Die offensichtlich jetzt völlig dem Größenwahn verfallenen vierzig Neonazis stiegen in eine U-Bahn zum Goetheplatz, der ja bekanntlich von mehreren hundert AntifaschistInnen und BürgerInnen blockiert worden war.

Wie immer unter Geschrei stürmten sie auf die AntifaschistInnen zu. Bevor es aber zu einer direkten Auseinandersetzung kommen konnte, drängte die Polizei die Nazis zu ihrem eigenen Schutz wieder in Richtung Auftaktort der Nazi-Kundgebung ab, wo sich aber zu diesem Zeitpunkt nur noch circa 200 Nazis, aber dreimal so viele GegendemonstrantInnen aufhielten.

Es kam zu dem gewohnten Bild: Nazis und Polizei gemeinsam gegen AntifaschistInnen bei dem ein oder eine weitere GegendemonstrantIn durch einen Flaschenwurf der Nazis so verletzt wurde, dass sie ebenfalls ärztlich behandelt werden mußte. Offensichtlich setzen die Lernprozesse bei der Polizei immer etwas später ein, aber fast exakt die gleiche Gruppe, die für mehrere Stunden in der Innenstadt für Übergriffe auf Andersdenkende verantwortlich war, wurde wieder und zunächst auch ohne Polizeibegleitung zur U-Bahnstation geschickt, den auch die AntifaschistInnen für ihre Rückreise nutzen mußten. Zu nennenswerten Auseinandersetzung kam es hier zum Glück aber nicht mehr! Die Frage ist wie kann es sein, dass sich die Nazis bei so einer großen Anzahl von GegendemonstrantInnen bewegen können wie sie wollen? Wie kann es sein, dass einzelne Leute zurückgelassen werden und so den Nazis noch leichter zum Opfer fallen?

Ich hoffe der Text ist halbwegs schlüssig formuliert und entspricht weitestgehend den tatsächlichen Vorkommnissen. Wie bereits kurz erwähnt, haben wir die Infos in den letzten Stunden zusammengetragen. Ergänzungen und Korrekturen bitte posten! Erholt euch morgen und den Betroffenen eine gute Besserung!